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DMW - Interview mit Geschäftsführer Lars Kistenmacher

Die Kunststoffdebatte und die daraus resultierenden Folgen wie der verringerte Einsatz von Kunststoffen, die Substitution durch andere Materialien geht auch im neuen Jahr weiter. Viele Unternehmen arbeiten an neuen Lösungen. Eines davon ist Fuji Packaging. Das Unternehmen stellte zur FachPack 2019 eine interessante neue Variante in Form einer Schlauchbeutelverpackung vor. DMW – Die Milchwirtschaft hatte nun Gelegenheit mit Lars Kistenmacher, Geschäftsführer der Hamburger Fuji Packaging GmbH, über die Hintergründe der Neuentwicklung und andere Aspekte bei Kunststoffverpackungen für Käse zu sprechen.


DMW – Die Milchwirtschaft (Ralph AMMANN, Hannoversch Münden):
Herr Kistenmacher, wie kam es zu der Entwicklung der neuen Schlauchbeutelverpackung?

Lars Kistenmacher:
Wir haben für Hackfleisch sehr erfolgreich eine neue Verpackung vorgestellt, bei der auf die Schale verzichtet werden kann und man bis zu 70 Prozent Plastik einspart. In Folge haben wir überlegt, bei welchen Produkten ebenfalls auf eine Schale gesetzt wird, obwohl es auch ohne geht.

Wir waren dann schnell beim Käseaufschnitt. Eigentlich handelt es sich aber nicht um eine Neuentwicklung, sondern um eine Wiederentdeckung, da die Packung bis vor ca. 20 Jahren der Standard für Käseaufschnitt war. Neu ist, dass unsere Verpackung 100 % recyclingfähig ist.


DMW: Welchen Bereich hat Fuji Packaging bei der Entwicklung übernommen?

Lars Kistenmacher: Die Lösung musste ja nicht wirklich entwickelt werden. Wir haben uns jedoch eng mit Fa. Maag abgestimmt, die sich rund um das Thema Nachhaltigkeit bestens auskennt, damit wir auf der Messe auch einen Flow-Pack zeigen konnten, der wirklich nachhaltig ist.

DMW: Welches Material verwenden Sie für die Verpackung?

Lars Kistenmacher:
Wir setzen eine Polypropylen Ein-Stoff Folie mit Peel der Firma Maag ein. Die Folie ist in ähnlicher Form ebenfalls für Hackfleisch im Einsatz und lässt sich auf unseren Maschinen sehr gut auch bei hoher Leistung von 120 Packungen/Minute sicher versiegeln.


DMW:
Wo liegen die generellen Vorteile von Kunststofflösungen aus Ihrer Sicht?

Lars Kistenmacher:
Kunststoff ist immer noch preiswert und bietet den notwendigen Produktschutz. Wenn man recyclingfähige Ein-Stoff Materialien verwendet, ist Kunststoff zudem nachhaltig. Insbesondere für Polypropylen gibt es bereits einen guten Markt für Recyclat.


DMW:
Warum haben Sie sich speziell für eine Schlauchbeutellösung entschieden?

Lars Kistenmacher:
Wir bieten ausschließlich Schlauchbeutelmaschinen an und Schlauchbeutel bzw. Flow-Packs bieten eben auch hervorragende Potentiale zur Reduzierung von Plastik in der Lebensmittelverpackung.


DMW:
Gibt es bereits Anfragen aus der Industrie?

Lars Kistenmacher:
Wir sind sowieso regelmäßig mit unseren Kunden im Gespräch. Stückkäse wird nach wie vor häufig mit unseren Maschinen verpackt. Ein großer Produzent möchte die Möglichkeiten unserer Maschinen für Aufschnitt nun aber genauer betrachten.


DMW:
Wie wird sich aus Ihrer Sicht der Anteil der Kunststoffverpackungen an den Käseverpackungen in den nächsten fünf Jahren entwickeln?

Lars Kistenmacher:
Ich kenne den Anteil nicht. Grundsätzlich wird Käse nach meinerstoff zudem nachhaltig. Insbesondere für Polypropylen gibt es bereits einen guten Markt für Recyclat.


DMW:
Warum haben Sie sich speziell für eine Schlauchbeutellösung entschieden?

Lars Kistenmacher:
Wir bieten ausschließlich Schlauchbeutelmaschinen an und Schlauchbeutel bzw. Flow-Packs bieten eben auch hervorragende Potentiale zur Reduzierung von Plastik in der Lebensmittelverpackung.


DMW:
Gibt es bereits Anfragen aus der Industrie?

Lars Kistenmacher:
Wir sind sowieso regelmäßig mit unseren Kunden im Gespräch. Stückkäse wird nach wie vor häufig mit unseren Maschinen verpackt. Ein großer Produzent möchte die Möglichkeiten unserer Maschinen für Aufschnitt nun aber genauer betrachten.


DMW:
Wie wird sich aus Ihrer Sicht der Anteil der Kunststoffverpackungen an den Käseverpackungen in den nächsten fünf Jahren entwickeln?

Lars Kistenmacher:
Ich kenne den Anteil nicht. Grundsätzlich wird Käse nach meiner Einschätzung bereits sehr viel über Selbstbedienungstheken verkauft.

Wenn sich unsere Verpackung etabliert, tragen wir vielleicht dazu bei, dass weniger Plastik verbraucht wird, selbst wenn die Anzahl der Packungen im Markt steigen sollte.


DMW:
Welche anderen Trends sehen Sie aktuell in der Käseverpackung?

Lars Kistenmacher:
Für Käseaufschnitt sieht man seit einigen Jahren auch in Deutschland sogenannte Klapppacks, ein Trend, der aus den Niederlanden gekommen ist. Übrigens handelt es sich hierbei auch um eine Schlauchbeutelmaschinenlösung, für die wir ebenfalls mehrere Maschinen geliefert haben und auch auf der anstehenden Interpack werden wir hierzu wieder Maschinen vorstellen.

Für die auf der FachPack gezeigten Standard Flow-Packs benötigt man jedoch deutlich weniger Folie. Da die Verbraucher sich vermehrt an zu viel Plastik stören, könnte der herkömmliche Schlauchbeutel wieder deutlich beliebter werden. Ich denke die Verbraucher verstehen, dass empfindliche Lebensmittel durch Kunststoff optimal geschützt sind und erkennen, dass Flow-Packs den Plastikverbrauch auf das absolut notwendigste reduzieren.

Derzeit setzen einige Produzenten auf Papierverbunde. Früher oder später werden die Verbraucher aber verstehen, dass Papier nicht unbedingt nachhaltiger als Kunststoff ist und die Verbundverpackungen entsprechen eben auch nicht dem Verpackungsgesetz.

Lars Kistenmacher, Geschäftsführer der Fuji Packaging GmbH.

Neuer Ansatz: Die Schlauchbeutelverpackung für Käse von Fuji Packaging sorgte auf der FachPack für großes Interesse.